Essen in China – mehr als nur essen.

Unsere Küche in der Wohnung hat kein Geschirr, kein Stäbchen und auch keine Töpfe … wird also kalt bleiben in den vier Wochen. Aber die Auswahl an Restaurants, Imbissen, Take-Away-Buden und Essenständen ist schier riesig. Und dann sind da ja noch fünf Mensen … Und liefern lassen könnte man sich sein Essen natürlich auch.

Aber Essen in chinesischen Restaurants ist hier etwas ganz ganz anderes, als bei uns in Leipzig. Hier isst man gemeinsam um einen HotPot oder einen Barbeque-Grill – das ist um einiges geselliger – siehe Fotos – und macht riesigen Spaß. Wenn man Alkohol trinken möchte, bringt man ihn in vielen Restaurants selbst mit. Ich habe aber erlebt, dass Bier oder Wein beim Essen nicht üblich ist. Gegen einen (Reis)-Schnaps nach dem Essen hat aber keiner etwas …

1.000jährige Eier – eine Spezialität, die wohl nicht alle Chinesen mögen. Woher der Name kommt? Frau Wang erzählte mir: Als die ersten Ausländer nach China kamen, haben sie diese schwarzen Eier gegessen. Sie dachten, dass die schwarze Farbe von der langen Liegedauer kommt. Weit gefehlt … es handelt sich wohl um eine Konservierungsmethode.

Gastfreundschaft auf Chinesisch

Die Gastfreundschaft ist “herzerweichend” – die Chinesen wollen dir jeden Wunsch erfüllen – auch wenn er mir gar nicht sooooo wichtig war. Und ein Lächeln öffnet ihre Herzen, sie kramen ein paar englische Worte raus, die sie einmal gehört haben und wollen sich mit dir unterhalten. Und ja, ein Foto muss immer sein … gerade in Xingtai sind Europäer immer noch ein sehr seltener Anblick. Außer uns habe ich lediglich im Dakaiyuan-Tempels in Xingtai – 大开元寺 einmal zwei Italienerinnen getroffen, die Kung Fu in China lernen …

Aber jetzt geniesst die Bilder:

Himmelstempel Peking

Die sehr gut erhaltene und gepflegte Anlage liegt in einem großen Park im Süden von Peking und ist von einer langen doppelten Mauer umgeben. Im Norden ist der Grundriss der Mauern rund, im Süden eckig. Diese Form basiert laut eigenen Angaben auf der alten Vorstellung, dass der Himmel rund und die Erde eckig ist.

Im inneren Bereich, der von der äußeren Mauer abgetrennt ist, stehen die wichtigsten Gebäude. Das Bekannteste ist die „Halle der Ernteopfer“, ein wirklich beeindruckendes, ca. 36 Meter breites und ca. 38 Meter hohes rundes Gebäude auf einer dreistufigen Marmorterrasse. Diese Halle steht für das Gebet um gute Ernten zu erzielen. Beeindruckend auch die Treppen, die zum Tempel führen und symbolisch für den Weg zu den Göttern stehen. Gebaut wurde er zwischen 1406 und 1420 unter der Herrschaft des Ming-Kaisers Yongle. (Quelle: Infotafeln vor Ort)

Im südlichen Teil befindet sich die „Halle des Himmelsgewölbes“, umgeben von der „Echomauer“. Diese Mauer hat die besondere Eigenschaft, dass sie Schallwellen entlang ihrer Oberfläche leitet, sodass man das Gesprochene an der gegenüberliegenden Seite hören kann. Problem: Zu viele Menschen – konnten wir nicht testen).

Beide Hallen stehen auf einer Achse und sind durch die 360 Meter lange Danbi-Brücke verbunden. Diese Achse, auf der auch die Marmorterrasse liegt, erstreckt sich über 1200 Meter und ist von alten Bäumen flankiert.

Spitzname: „Vogelnest“ – das Nationalstadion Peking (北京国家体育场)

Eröffnet für die Olympischen Sommerspiele 2008 (Eröffnungs- und Abschlussfeier, Leichtathletik, Fußball-Finale) und auch für die Olympischen Winterspielen 2022 als Veranstaltungsort genutzt. 2027 soll auch die Leichtatletik WM hier stattfinden.

Ursprünglich konnte das Stadion einmal 91.000 Zuschauer aufnehmen – jetzt sind es noch ca. 80.000. Ich konnte leider nicht herausfinden, warum …

Das Design erinnert an ein Vogelnest, das Schutz und Geborgenheit symbolisieren soll. Für 100 Yuan kann man auf dem Dach einer Tour folgen, auf der die tollen Bilder auf Peking entstanden sind.

Für mich bis jetzt eines der Highlights auf der Reise … warum, seht ihr im Video unten. Wir hatten mit dem Wetter natürlich auch viel Glück ….


Fakten zum Vogelnest

  • Name: Nationalstadion Peking (北京国家体育场)
  • Spitzname: „Vogelnest“ wegen der markanten, verschlungenen Stahlkonstruktion
  • Architekten: Herzog & de Meuron (Schweiz), Künstler Ai Weiwei war als Berater beteiligt
  • Bauzeit: 2003–2008
  • Kapazität: ca. 80.000 Zuschauer (ursprünglich ca. 91.000)
  • Kosten: rund 325 Millionen Euro

Blick vom Nationalstadion Peking (Nest)

Blick vom Nationalstadion Peking

Tian’anmen-Platz (天安門廣場 / 天安门广场)

Der Tian’anmen-Platz oder Platz (am Tor) des Himmlischen Friedens (天安門廣場 / 天安门广场) – und wir mittendrin! Wahnsinn!

Unsere Dolmetscher hatten den Zeitablauf so gelegt, dass wir zur täglichen, feierliche Flaggenzeremonie auf dem Platz waren. Gar nicht so einfach pünktlich zu sein – die Sicherheitsvorkehrungen sind extrem und der Andrang an Besuchern riesig.

Der Platz wird mit seinen ca. 40 ha Fläche oft als größter befestigter Platz der Welt bezeichnet. Egal, beeindruckend ist er in jedem Fall! Vor allem, wenn es wie bei uns von einem Gewitter und Regen begleitet wird (siehe Video weiter unten).

FAZIT: Ein bewegender Platz – vor allem auch wegen seiner jüngsten Vergangenheit. Man müsste mehr Zeit haben …

Gewitter auf dem Tian’anmen-Platz, Blick auf das Haupttor der Inneren Stadt

Mutianyu Great Wall – Große Mauer bei Mutianyu (慕田峪长城)

Umgeben von dichten Wäldern und sanften Hügeln gilt Mutianyu als einer der landschaftlich schönsten Abschnitte der Mauer. Im Frühling blühen die Berge, im Herbst färben sich die Blätter leuchtend rot – uns präsentiert sich die Große Mauer allerdings im leichten Nebel.

Die Große Mauer bei Mutianyu (慕田峪长城) ist wohl einer der am besten erhaltenen und beliebtesten Abschnitte der Chinesischen Mauer. Sie liegt im Bezirk Huairou, etwa 70 km nordöstlich von Peking. Die Zahl der Menschen bestätigt diese Angabe. Einen halben Tag für An- und Abreise sollte man einplanen – der Verkehr in Peking ist unglaublich anstrengend.

Ursprünglich während der Nördlichen Qi-Dynastie (550–577) erbaut, wurde sie in der Ming-Dynastie (1368–1644) erneuert und verstärkt – kann man nachlesen ;-). Mutianyu umfasst 22 Wachtürme auf einem ca. 2,5 km langen Abschnitt. Vorsicht! Zum Teil sehr stark ansteigende Treppen! Anders als viele andere Teile der Großen Mauer besitzt sie innen- und außenliegende Zinnen, sodass Verteidiger wohl auf beiden Seiten kämpfen konnten. Aber so richtig kenne ich mich da nicht aus …

Zugfahren wie ich es nicht mehr kenne …

Am Freitag war es soweit, mit dem Zug ging es ca. 2 Stunden nach Peking! Vorweg: Die Chinesen haben es zu einem Erlebnis werden lassen. Mit der ihnen scheinbar eigenen Art: Pünktlich, organisiert und ohne Hektik konnten wir den gebuchten Zug besteigen und schon ging es mit 303 km/h Richtung Bejing. Und ohne Sitzplatzreservierung kann man ohnehin nicht mitfahren. Stehen, wie im ICE von Berlin nach Leipzig, so wie ich es kenne – keine Chance.

Und ja, natürlich kam der Zug auf die Minute pünktlich an – das scheint niemanden zu wundern. Und natürlich konnte man Trinken und Essen für (europäische Verhältnisse) günstig im Zug kaufen. Das die Züge sauber und bequem sind – geschenkt. Das man Zugfahrkarten ohnehin nur in der App kaufen kann … ohne Worte. Dafür kommt man als Ausländer ohne Pass in China allerdings nirgendwo hin. Ich habe nicht gezählt, wie oft ich ihn scannen oder zeigen musste.

U-Bahn fahren in Peking

Gespannt war ich auch auf die U-Bahn in Peking. Ich vermute durch die Olympischen Sommerspiel 2008 und die Winterspiele 2022 ist das U-Bahn Netz super ausgebaut worden. Wir konnten uns leicht zurechtfinden – in Peking ist alles auch in englisch benannt. Ticketkauf ebenfalls kein Problem … einfach eine Peking-Karte mit Guthaben kaufen und los gehts! Inklusive spannender Begegnungen – siehe Bild mit meiner Hand.

U-Bahnfahren ist eine echte Alternative zum irren Verkehr in Peking – aber dazu mehr in meinem Post zur “Chinesischen Mauer” … Dranbleiben!

Herzlich willkommen in China

Nach 10 Stunden Flug begrüßt uns China mit einem Sonnenaufgang! Beeindruckend wie ruhig das Ankommen in einer solchen Metropole ist – immerhin über 20 Millionen leben laut destatis.de hier.
Vielleicht liegt es aber auch nur an der Zeit: 7 Uhr morgens Peking – Mitternacht in Leipzig. Von hier aus geht es mit dem Bus noch ca. 4 Stunden nach Xingtai – dem Ziel der Reise.

Es ist alles ein wenig größer …

Xingtai - 11 größte Stadt in China

Quer durch Peking gehts über die Schnellstraße G45 nach Xingtai. Ich bekomme einen ersten Eindruck von der Größe der Städte und des Landes. Die Entfernungen und Dimensionen sind einfach andere – ich bin auf die nächsten Tage sehr gespannt!


Schlafen nicht möglich …

Nach der Anreise und den vielen neuen Eindrücken ist an Schlaf für mich nicht zu denken. Ich freue mich, dass die Hochschule uns eine Mitarbeiterin geschickt hat, mit der wir die ersten Eindrücke von Xingtai bekommen können. Da wir uns selbst versorgen müssen, geht es erst einmal einkaufen. Ich denke aber in den kommenden Tagen werden wir eher in den Mensen essen gehen. Deshalb begrenzt sich der Einkauf auf ein wenig frisches Obst und Tsingtao – chinesisches Bier. Dazu etwas vegetarisches aus der Garküche, die hier im Supermarkt frisch kocht.

Genug Text – jetzt freut euch auf die ersten Bilder vom anderen Ende der Welt.

Bleibt stabil!