Kaiserliche Sommerpalast (避暑山莊 / 避暑山庄)

Der Sommerpalast ist herrlich eingebettet in die Bergwelt von Chengde und schnell und gut aus der Innenstadt von Chengde zu erreichen. Ich bin heute noch erschlagen, von den vielen Eindrücken – trotz des nicht so guten Wetters. Pagoden wechseln sich mit Seen, Brücken, kleinen Kletterpartien und Palästen ab. Alles sehr gut per Wanderung zu erkunden.

Den Informationstafeln konnte ich folgendes entnehmen:

Das Bergressort und die abgelegenen Tempel wurden zwischen 1703 und 1792 n. Chr. erbaut. Der Bau wurde von der Regierungszeit Kaiser Kangxis über die Regierungszeit Kaiser Yongzhengs bis hin zur Regierungszeit Kaiser Qianlongs fortgesetzt und dauerte insgesamt 89 Jahre.

Die Kaiser nutzten die Tempel als Erholungsort um der Sommerhitze in Peking zu entfliehen, sich um die Staatsangelegenheiten zu kümmern und Buddha zu verehren. Mit einer Gesamtfläche von 5.640.000 Quadratmetern ist es der weltweit größte noch existierende kaiserliche Garten. Der Garten ist in vier Bereiche unterteilt: Der Nordwesten des Resorts ist Berggebiet, der Südosten ist Seegebiet und der Nordosten ist Flachland. Die Gesamtform sieht wohl aus wie das chinesische Staatsgebiet.

Die Außenbezirke umgeben das Bergressort mit 12 Tempeln auf einer Fläche von ca. 400.000 Quadratmetern, die wie ein Halbmond angelegt sind. Im Puning-Tempel wird der tausendarmige und tausendäugige Avalokitesvara verehrt, die höchste Holz-Buddha-Statue der Welt. Der Xumi Fushou-Tempel wurde von Kaiser Qianlong erbaut, um den sechsten Panchen Lama zu empfangen, und der Putuo Zongcheng-Tempel wurde zu Ehren des Geburtstags der Mutter von Kaiser Qianlong erbaut.

Für den sehr weitläufigen Außenbereich haben wir uns für den Kleinbus entschieden (60 Yuan), der vier Aussichtspunkte erschließt. Die haben sich gelohnt – siehe Bildergalerie – viel Spaß beim Durchklicken!



Der Bericht von Sven Hedin aus dem Jahre 1932 (History of the Expedition in Asia, 1927-1935 : vol.2):

https://dsr.nii.ac.jp/toyobunko/E-290.9-HE01-025/V-2/page-hr/0177.html.en

Chengde (承德市)

Für das letzte Wochenende in China war Chengde unser Ziel. Der Sommerpalast – ein Bergkomplex und UNESCO-Weltkulturerbes – das mussten wir uns anschauen. Zum Glück waren die anderen schon mehrfach dort, Kompetenz war also an Bord. Zum Sommerpalast mache ich aber noch einen Extra-Post.

Chengde ist ca. 630 km von Xingtai entfernt, es bietet sich an mehrere Tage dort zu verbringen. Hotels sind, für europäische Verhältnisse, sehr günstig. Für ein Einzelzimmer bezahlt man ungefähr 43 EUR – wir sind im Hilton Garden Inn (!) direkt in der Innenstadt abgestiegen.

Chengde war früher unter dem Namen Rehe bekannt und hat im Kern ca. 3,4 Millionen und im “Speckgürtel” noch einmal 3,5 Millionen Einwohner.
Die Stadt unterscheidet sich von der Industriestadt Xingtai völlig. Chengde liegt wunderschön am Fluß Luan-Flusses (Luan He) und ist eingebettet in einer Berglandschaft – siehe Video.

Neben der Innenstadt und dem Sommerpalast haben wir uns noch die “Hebei Petroleum University of Technology” angeschaut. Robert und Sven haben dort schon unterrichtet. Die Dimensionen sind für deutsche Verhältnisse enorm, da die Studenten auf dem Campus leben – sogar mit eigenem Sportstadion, Paradeplatz …

Den Tafeln konnte ich entnehmen, dass die “Hebei Petroleum University of Technology” schon 1903 in Tianjin als „Beiyang Technology School” gegründet wurde. Sie ist damit eine der ältesten höheren gewerblichen Berufsschulen in China. Die Schule begann 1952, sich der Erdölindustrie zu widmen, und zog 1958 nach Chengde (Provinz Hebei) um. 2021 wurden die “Hebei University of Technology City College” und das “Chengde Petroleum College” zusammengelegt und in die “Hebei Petroleum Vocational and Technical University” umgewandelt.